Als Naturwesen bleibt der Mensch an seinen Körper gebunden,
als Geisteswesen aber hat er Flügel.

(Platon)

Traumatherapie

Was ist ein Trauma und wie entsteht es?

Mit Trauma bezeichnen wir die seelischen Folgen, welche von einem Menschen als lebensbedrohlich empfundenes Erlebnis in seiner Seele und in seinem Körper Spuren hinterlässt. Das Erlebnis ist so überwältigend, dass der Betroffene es nicht adäquat verarbeiten kann. Er fühlt sich extrem hilflos und empfindet Todesangst. Hier wird die menschliche Belastungs- und Verarbeitungsgrenze überschritten. Eine körperliche wie auch eine seelische Belastung kann zu einem Trauma führen. Auch kann es zu einem Trauma kommen, wenn einer nahestehenden Person eine außergewöhnliche Bedrohung widerfährt.

Wie reagiert unser Körper?

Das Trauma kann längerfristig negative Folgen für den Betroffenen haben. Schlüsselreize, die an das Ereignis gekoppelt sind, können panische Angst, Schreckhaftigkeit und emotionale Taubheit auslösen. Viele Opfer entwickeln als Folge der Traumatisierung schwere psychische Störungen, wie Depressionen, Suchtmittelabhängigkeiten, somatoforme Störungen aber auch seelisch bedingte Essstörungen. Ihr Welt- und Wertesystem, das Vertrauen in sich und andere Menschen wird vollkommen in Frage gestellt.

Der Umgang mit dem Trauma:

Sich für eine Traumatherapie zu entscheiden obliegt dem Einzelnen. Dennoch brauchen die Betroffenen Unterstützung durch Freunde und Familie. Häufig reagieren viele aus dem sozialen Umfeld mit Abwendung, wenn sie von psychischen Problemen erfahren. Nicht selten machen Betroffene die Erfahrung, dass ihnen nicht geglaubt wird, wenn sie emotionslos und nüchtern von ihrem Trauma erzählen bzw. in Tränen ausbrechen. Oft ist es eine Handbewegung mit Ausdruckscharakter der Nichtigkeit die sie zu sehen bekommen. Die Angst vor Ablehnung, Verlassen zu werden und verschlossene Ohren sind einige der meist genannten Gründe für jahrelanges Schweigen.

Was erwartet Sie bei mir?

Ein geschützter Rahmen. Eine offene Atmosphäre und eine liebevolle und achtsame Akzeptanz gegenüber Ihrer traumatischen Erfahrung und den damit verbundenen Ängsten. Da eine Traumatherapie eine aktive Auseinandersetzung mit dem Trauma verlangt, werden wir Ihr Anliegen vorab besprechen, um zu sehen, ob EMDR die ideale Methode für Ihr Anliegen ist. Gemeinsam schauen wir uns Ihre Ressourcen an und entwickeln neue Perspektiven, damit Sie einen festen Boden während und nach der Therapie unter Ihren Füßen haben. Sie bekommen Raum und Zeit, um Ihre verdrängten Gefühle, Erinnerungen und traumatischen Erfahrungen auszusprechen. Sie bestimmen das Tempo.

Therapieform:

Ich arbeite mit der EMDR Methode. Je nach Patient arbeite ich mit den Augenbewegungen bzw. mit der bilateralen Stimulation, das sogenannte tapping auf die Knie bzw. auf die Handinnenflächen. Bei dieser Methode wird eine intensive Koordination und Zusammenarbeit beider Hirnhälften angestrebt, um zu einer schnelleren und tieferen Integration des Geschehens zu kommen. Sie entscheiden welche Stimulationsanwendung Sie bevorzugen.

Zielsetzung:

Was geschehen ist, können Sie nicht ungeschehen machen aber Sie können lernen Ihr Trauma aus einer gesunden Distanz zu betrachten. Sie können lernen mit den alten traumatischen Erinnerungen umzugehen und eine neue angemessene Perspektive auf das Geschehene zu entwickeln. Sie können lernen Ihr Trauma in Ihren Alltag so zu integrieren, dass es diesen nicht mehr beeinflusst und Sie sagen können: Ich weiß es ist passiert aber ich weiß auch, dass es jetzt vorbei ist.